2025 – Sellrain – 06 Donnerstag


Donnerstag, 4.9.2025

Nach einem guten Frühstück machen wir uns an diesem Morgen, entsprechend der gestrigen Diskussion, später als gewöhnlich auf den Weg.

Sabine hingegen bleibt zurück und wartet auf den Bus nach Innsbruck.

Wir folgen der Kühtaistraße bis zum Staudamm Längental und gehen anschließend über die Staumauer zum Waldrand. Ziemlich im Trott folgen wir sodann zwei österreichischen Gebirgsjägern, die vor uns mit Kletterausrüstung unterwegs sind. Die werden den Weg ja wohl kennen. Richtig, aber eben ihren Weg, der mit unserem Weg nichts gemein hat. Nach knapp 100 Metern bemerken wir unsren Irrtum und drehen um. Sodann folgen wir dem Theodor-Streich-Weg, der uns zur Bielefelder Hütte bringen soll.

Mit den Schildern haben wir, hier im Sellrain, so unsere Probleme. Die Zeiten sind oft recht sportlich angegeben und ganz aktuell fragen wir uns, warum ist es zur Bielefelder Hütte ein schwarzer Weg sein soll?

Für die nächsten zwei Kilometer geht es nur mäßig bergauf. Dann aber geht es stetig, mal mehr, mal weniger steil, bis zur Mittertalscharte. Die letzten Meter sind teils seilversichert und leichtes Klettern ist angesagt. So langsam wird klar, warum der Weg mit „Schwarz“ bewertet ist. Gegen 11:25h erreichen wir die Scharte.

Auf der anderen Seite geht es auf den Theodor-Streich-Weg wieder bergab. Ein kurzes Stück, 30–40 hm) ist es steil und seilversichert. Auch danach ist für 100-200 Meter eine erhöhte Konzentration erforderlich. Danach geht es einfach und die Höhe haltend bis zum Wetterkreuz.

Einen Kilometer und eine Stunde später stehen wir auf einem kleinen Hügel und stellen fest, dass wir den Abzweig zum Wörgegrat anscheinend übersehen haben. Also drehen wir um, marschieren den Hügel wieder hinab und siehe da, sehen wir plötzlich einige Meter oberhalb unseres Wegs eine Kette. Kurz darauf sehen wir auch den Abzweig. So gehen wir also über den Wörgegrat zurück, bis unterhalb der Mittertalscharte und freuen uns, dass wir den Grat doch noch gegangen sind. Am Ende des Abstiegs vom Grat wird auch klar, warum wir den Einstieg von der Scharte aus kommend nicht gesehen haben. Entweder man weiß es einfach oder man muss schon sehr genau hinsehen, um mitten im Grün eine Markierung (gelbes Dreieck) zu sehen. Wie viel kostet eigentlich ein Wegweiser?

Die Frage ist durchaus berechtigt, denn laut Karten führt der Theodor-Streich-Weg über den Wörgegrat. Besser erkennbar ist aber der Weg, der seitlich, unterhalb des Grats an diesem vorbei führt.

Weiter führt uns unsere Tour, teils weglos über den bereits erwähnten Hügel, zu dem eigentümlich gestalteten Gipfelkreuz des Wetterkreuzkogels. Warum das Kreuz 200m neben dem Gipfel steht ist unklar.

An dem nächsten Abzweig gehen wir weglos hinüber zum Rossköpfe. Hier endet auch der von unten heraufziehende Rosskopfklettersteig.

Vom Rossköpfe aus kann man die Bielefelder Hütte sehen und sogleich geht es über die letzten Meter des Theodor-Streich-Wegs hinab zur Bielefelder Hütte, die wir gegen 15:20h erreichen.

Die Bielefelder ist noch eine kleine, gemütliche Hütte, wie sie nicht mehr oft zu finden ist. Das hatten wir so nicht erwartet, da sie durch die Nähe der Acherkogelbahn auch gut erschlossen ist. Leider sind die Tage der Bielefelder bereits gezählt, soll sie doch kommendes Jahr saniert werden. Hoffen wir, dass es mit Augenmaß geschieht.

Noch eine Überraschung gibt es für uns. Auf unsere Nachfrage nach Duschmarken bekommen wir zur Antwort. „einfach auf den Duschknopf drücken“. Das hätten wir eher bei der Dortmunder Hütte erwartet, die direkt am Pass liegt und ganz sicher vollständig in die vorhandene Infrastruktur der umliegenden Hotels integriert ist.

Abends gewittert es, mal sehen wie es morgen aussieht

© Heike und Thomas Raddatz