2021 – Sextener Dolomiten – 06 Donnerstag


Donnerstag, 09.09.

Um 8:30h sind wir wieder startklar. Obwohl uns der Hüttenwirt ausführlich den Weg erklärt hat, müssen wir nach 200 Metern aufs Handy schauen. Peinlich.

Es geht unter dem Lift entlang und kurz darauf treffen wir auf einen schön angelegten Rast- und Spielplatz. Wir folgen dem Wegweiser „100“ und erreichen über den angenehm ansteigenden Waldweg die ersten Felsen der Rotwandköpfe. Nach 1 Stunde stehen wir am Wegweiser „Klettersteig Rotwandspitze“. Allerdings dauert es noch knapp eine weitere Stunde, bis wir den Einstieg des Klettersteigs erreichen.

Für eine  ¾ Stunde geht es seilversichert durch den Klettersteig. Das letzte Stück ist flacher und führt teilweise ohne Sicherung zum Ausstieg. Gegen 12:00h sind wir an der Weggabelung. Hier geht es entweder weiter zur Sentinella-Scharte und über den Klettersteig oder auf geschottertem Weg hinab und später wieder hoch.

Wir entscheiden uns gegen den Klettersteig und steigen ab, queren den Hang mit der Scharte im Blick. Beim Näherkommen haben wir noch keine Ahnung, wie wir die Scharte hochkommen sollen, sieht sie doch ziemlich steil aus. Doch dann entdecken wir das Stahlseil, welches uns die 130hm Meter in schöner Kletterei bis zur Sentinella-Scharte hinaufführt. Simon hat Probleme mit den Waden und so geht es recht gemütlich voran, so dass wir die Scharte gegen 14h erreichen. Wie überall im Gebiet sieht man auch hier die Stellungen aus dem 1. Weltkrieg.

Wir legen eine kurze Stärkungspause ein, bevor wir uns für den Abstieg ins Geröllfeld fertig machen. Leider entpuppt sich dieser als ziemlich gruselig. Am Ende einiger Stufen ist der links abbiegende Weg weggebrochen. Nur ein paar unbequeme Eisenstifte helfen hinab in einer steilen und sandigen Rinne. Das sieht nicht gut aus. Zum Glück haben wir eine 20 Meter lange 8mm Reepschnur im Gepäck. Diese hatten wir zur Sicherheit für Simon mitgenommen, weil es seine erste Bergtour ist. Hatte sich diese bisher als überflüssig erwiesen, waren wir nun froh, sie dabei zu haben.

So lasse ich also Andreas, Heike und Simon mit der Reepschnur ab, bis sie das in der Rinne gespannte Statikseil greifen können. Mir bleibt nichts anderes übrig, als über die Eisenstifte abzuklettern.

Das gespannte Statikseil enthält leider keine Knoten und so bin ich sehr überrascht, wie kräftig man mit einem 12kg Rucksack auf dem Rücken zupacken muss, um langsam rückwärts absteigen zu können.

Am Ende des Statikseils folgt ein weiter Abbruch hinab zu einem Schneefeld. Auch diese Stelle sichern wir mit unserer Reepschnur, welche gerade bis über das Schneefeld hinüber reicht.

Später erklärt uns der Hüttenwirt, dass der Weg aufgrund des zurückgegangenen Permafrost weggebrochen ist und man darüber nachdenkt einen Klettersteig einzurichten.

Auch im weiteren Verlauf ist der Abstieg über das Geröllfeld kein Kinderspiel. Der Wegverlauf ist nicht zu erkennen und die Steine sind immer in Bewegung.

Nach einer gefühlten Unendlichkeit erreichen wie einen kleinen Tümpel und jetzt wird auch der Weg endlich besser. Müde erreichen wir nach nach 9,5 Stunden die Berti-Hütte.

Fazit des heutigen Tages: Wir lassen uns eine schöne Tour nicht durch einen miesen Abstieg verderben.