2006 – Silvretta/Verwall – 01 Samstag

 


Samstag, 2.9.2006

Unsere diesjährige Hüttentour beginnt Freitag Nacht. Um 23:11h verlässt der Nacht Express den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Im Liegewagen geht es bis Ulm. Im Gegensatz zu meinen Kameraden habe ich zwar nicht geschlafen, angenehmer als in einem Sitzabteil war es aber allemal. Ab Ulm ist Schluss mit lustig und bis Schrunz müssen wir insgesamt 4 mal umsteigen. In Schrunz angekommen, nehmen wir den Bus bis zur Talstation der Nova Stoba Seilbahn in Gaschurn und von dort bringst uns die Seilbahn hoch auf 2000m. Zunächst stärken wir uns mit Kaffee und Apfelstrudel, bzw. Kaiserschmarren. Um 12:50h geht es dann bei sonnigem Wetter endlich richtig los.

Zunächst führt uns der „Erich-Endriss-Weg“ über den „Versettla“ zum „Madrisella“. Voller Tatendrang sprinten Andreas und ich in 8 Minuten auf den Gipfel. Inklusive Auf- und Abstieg, Gipfelschnaps (Williams) und Gipfelfoto dauert die gesamte Aktion nicht länger als 20 Minuten. Weiter geht es über das „Matschuner Joch“, „Vorderberg“, „Vergaldner Joch“ und „Mittelberg Joch“ Richtung Tübinger Hütte. Große Teile des Weges habe ich als sehr schöne Gratwanderung ohne wirklich schwierige Stellen empfunden. Dennoch muss gesagt werden, dass die Wege – aufgrund des Schnees von vor 3 Tagen – noch recht matschig sind und auch immer wieder Schneefelder durchquert werden müssen. Die Schneefelder fordern viel Zeit und Konzentration und sind zudem nicht völlig ungefährlich, weil rutschig. Glücklicherweise sind kurz vor uns mindesten 2 Wanderer den Weg gegangen, so dass wir deren Spuren phasenweise nutzen können. Spitzenmäßig sehen die wie mit einem Lineal abgegrenzten und weiß gepuderten Bergspitzen auf. Ein prima Anfang für eine prima Hüttentour 2006.

Leider ziehen gegen 16:00h Regenwolken auf und kurze Zeit später beginnt es zu tröpfeln. Glücklicherweise wird der Regen nicht stärker und somit nicht zu einem Problem. Bis zu diesem Zeitpunkt war soweit alles in Ordnung. Der Abstieg vom „Mittelberg Joch“ schafft dann aber schließlich uns alle. Es zieht und zieht sich und zu allem Unglück müssen immer wieder Strecken mit mittelgroßen Felsblöcke durchquert werden. Einfach nervig, wohl aber auch aufgrund des schon recht langen Tages und der vorherigen Nachtanreise. Um 18:35h erreichen wir endlich die Hütte. Warme Duschen für 1,- €, ein super guter Gemüseeintopf sowie ein eigenes Bettenlager für uns 3, hellen unsere Mienen schnell wieder auf.