2012 – Saas Grund – 04 Dienstag

 


Dienstag, 26.6.2012

Das Wetter ist immer noch gruselig. Doch aufgrund der gestrigen Erfahrungen wollen wir die Weissmies trotzdem angehen. Leider spielt das Wetter diesmal nicht mit. Auch auf 3000m ist es sehr ungemütlich. Kalter Wind und dichtes Schneetreiben lassen erahnen, wie schnell man in den Bergen in Not geraten kann.

Auf 3900m ist dann auch Schluss. Schweren Herzens brechen wir die Besteigung der Weissmies ab und kehren um. Durch den zweitweise dichten Nebel verlieren wir die erste Seilschaft aus den Augen, welches zu einem recht mulmigen Gefühl meinerseits führt. Die Spuren der ersten Seilschaft sind aufgrund des hart gefrorenen Firns oftmals nur zu erahnen und wir bewegen uns entsprechend vorsichtig. Auf der Weissmies Vorkuppe treffen wir uns wieder.

Der folgende Abstieg von der Vorkuppe gestaltet sich recht spannend, weil eine uns im Aufstieg entgegenkommende Seilschaft die Stufen im Schnee gründlich ruiniert hatte. Warum der Bergführer seine Gruppe nicht besser im Griff hatte, mag daran gelegen haben, dass auch er sich nicht besser verhielt. So müssen wir nun diese schwierige Passage einzeln am Seil gesichert absteigen. Dieses Erlebnis zeigt eindringlich auf, wie wichtig es ist, die Trittstufen möglichst pfleglich zu behandeln.

Auch die Spalten des Triftgletschers sind uns heute weniger gut gesonnen. Zwei mal müssen wir unsere Pickel ins Eis rammen und die Spalte einzeln und in Raupenmanier überwinden.

Da wir morgen auf das Lagginhorn wollen, übernachten wir im Bergrestaurant “Hohsaas”. Wenn auch die Stubes des Restaurants eher an eine Bahnhofshalle erinnert, so sind die Zimmer schön, das Essen schmackhaft und die Wirtsleute sehr freundlich und hilfsbereit.