2011 – Wilder Kaiser – 06 Donnerstag

 


Donnerstag, 15.9.2011

Auch an diesem Tag ist das Wetter grau und nebelig. Aber wenigstens regnet es nicht und die Regenjacke kann im Rucksack bleiben. Gegen 8:30h machen wir uns auf den Weg. Zunächst über den bereits bekannten Wanderweg zum Stripsenjoch und anschließend links in den Wald Richtung Fritz-Pflaum-Hütte/Kleines Törl.

Nach einer kurzen Wegstrecke kommen wir an einen Holzstapel und fragen uns, was der hier wohl soll. Doch dann wird schnell klar, dass es sich um Brennholz für die Fritz-Pflaum-Hütte handelt. Ich überlege tatsächlich, ob ich noch 2-3 Scheite in den Rucksack packen soll. Letztendlich ist mir der Rucksack aber auch so schon schwer genug und mit leicht schlechtem Gewissen lasse ich die Scheite auf dem Stapel liegen. Angesichts des steilen Wegs war es wahrscheinlich die richtige Entscheidung. Anders sähe es mit einem leichten Tagesrucksack aus.

Auf dem weiteren Weg zur Hütte erfreuen uns einige Gämsen, die nicht weit entfernt im Hang stehen.

Als wir nach 2 Stunden Gehzeit an der Hütte ankommen stellen wir überrascht fest, dass diese verschlossen ist. Einen AV-Schlüssel haben wir nicht parat und müssen daher, etwas ungemütlich, im Nebel frühstücken.

Der weitere Aufstieg zum kleinen Törl erweist sich steiler und alpiner, als erwartet. Außerdem ist es hier bei diesem Wetter sehr glitschig. Über die letzten Meter hilft dann ein Fixseil hinweg. Schade, bei schönem Wetter sollte die Kletterei hier oben richtig Spaß machen.

Mit unserer Ankunft am kleinen Törl wird das Wetter langsam besser. Vor allem aber sind die Felsen auf der Südseite schön trocken und griffig. Dennoch erreichen wir kurz hinter dem Törl eine Stelle, die uns Respekt abverlangt. In anderen Gegenden wäre dieses Stück mit Sicherheit mit einem Fixseil versehen und so beschließen wir unser eigenes Seil auszubringen. Aber, nachdem es schließlich hing, hat es keiner benutzt. Soviel zur Psychologie des gemeinen Wanderers.

Oberhalb der Gaudeamushütte überlegen wir, ob wir zur Hütte absteigen, pausieren und anschließend zur Gruttenhütte aufsteigen oder lieber den Jubiläumssteig nehmen sollen. Die Mehrheit ist für den Klettersteig und so lassen wir die Gaudeamushütte links liegen – die richtige Entscheidung.

Bei der Ankunft an der Gruttenhütte helfen ein Stück Kuchen und ein Helles den Mineralienhaushalt wieder in Ordnung zu bringen.